Richtlinien und Anmeldeformulare
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Saarländische Weinprämierung 2010
Am 29. Juni und 30. Juni fand die Prüfung zur 28. Weinprämierung statt. 14 selbst abfüllende Weinbaubetriebe nahmen an der Veranstaltung der Landwirtschaftskammer für das Saarland teil.
Seit der ersten Weinprämierung 1983 ist das Ziel der Förderung des Weinbaus bezüglich Erzeugung von Qualitätswein und dessen Absatz erreicht worden. Die Winzer haben von Jahr zu Jahr die Qualität der saarländischen Moselweine verbessert. Absatzschwierigkeiten für Flaschenweine aus saarländischer Erzeugung sind gegenwärtig nicht feststellbar.
Die Prüfungskommission, die die Weine am prüfte, setzte sich aus sechs Mitgliedern zusammen:
2 Vertreter der Verbraucher:
Andreas Müller, Perl
Martin Nicolay (Saarl. Verbraucherzentrale)
2 Vertreter der Winzer:
Gerd Petgen, Sehndorf
Yannik Schmitt, Merzig
1 Vertreter des Gaststättenverbandes:
Jan Fluit, Saarbrücken
1 Vertreter des Weinhandels:
Marc Freudenreich, Völklingen, bzw. Rainer Pauly, Saarbrücken
Von den 100 Anstellungen entfielen 98 auf Qualitätswein b.A und Qualitätswein mit Prädikat sowie 2 auf Qualitätsschaumwein.
95 Weine stammten aus dem Jahrgang 2009, 3 aus dem Jahr 2008. Die beiden Schaumweine sind ebenfalls von dem Jahrgang 2008. An Rebsorten waren vertreten: Elbling, Müller-Thurgau bzw. Rivaner, Auxerrois, Weißburgunder, Chardonnay, Sauvignon gris (eine Abart des Sauvignon blanc), Riesling, Grauer Burgunder bzw. Ruländer, Gewürztraminer, Blauer Spätburgunder und St. Laurent.
Der 2009er Jahrgang toppt qualitativ die Jahrgänge des Jahrzehnts. Nach einem kalten und trockenen Winter starteten die Reben nach warmem und nassem Regenwetter im März zeitig in die Vegetationsperiode. Die einsetzende Schafskälte im Juni sorgte für eine leicht verzögerte Blüte, die Befruchtung war etwas ungleichmäßig, so dass sich lockerbeerige Trauben entwickelten, die in der feuchten und warmen Witterung im Juli nicht so sehr zu Fäulnis neigten. Die feuchten Sommermonate förderten das Wachstum der Trauben und die Bildung und Einlagerung vielfältiger geschmacksbildenden Substanzen. Die Lese setzte normal früh ein und war bei freundlichem Wetter schnell absolviert. Die Menge des Jahrgangs liegt im Durchschnitt der Vorjahre. Die säureharmonischen Weine bestechen durch ausgeprägte Fruchtnoten. Für Spezialisten waren auch alle Spielarten der edelsüßen Weine einschließlich der Erzeugung von Eiswein möglich.
Die Erntemenge lag insgesamt bei ca. 100% der Normalernte, die bei 10.000 - 12.000 hl liegt. An der saarländischen Obermosel werden gut 116 ha Rebfläche bewirtschaftet; ertragsfähig sind 114 ha. In der Statistik werden jedoch nur knapp 86 ha angegeben, da die übrige Fläche Winzer aus Rheinland-Pfalz und Luxemburg kultivieren.
Die 14 selbstabfüllenden Winzerbetriebe bewirtschaften derzeit 70 ha Rebfläche. Die Gesamternte an der Obermosel lag 2009 bei ca. 10.969 hl (Vj. 10.859 hl). Die 100 Anstellungen ergeben 2536 hl (Vj. 2344 hl), also ca. 23,1 % (Vj. 21,6 %) der Erntemenge. Von den 253.560 l entfallen 190.410 l auf QbA-Weine, davon 159.686 l auf trockene Weine, und 63.150 l auf Prädikatsweine, davon 42.731 l auf trockene. Insgesamt liegt der Mengenanteil der trockenen Weine bei 80% (Vj. 79%), was dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Die Menge an angestellten Rosee- und Rotweinen beläuft sich auf 7.689 l (Vj. 13.212 l), das entspricht 3,0% (Vj. 5,6%).
Es wurden 17 Goldene, 56 Silberne und 24 Bronzene Kammerpreismünzen vergeben. Das Weingut Karl Petgen aus Nennig errang mit fünf von 13 Anstellungen je eine Goldene Kammerpreismünze und war nach Anzahl der Goldmedaillen und Betriebsdurchschnitt bestes Weingut.
Der oft kritisierten Medaillenschwemme muss aus folgendem Grund widersprochen werden: Die Teilnahme ist freiwillig und gebührenpflichtig. Die Winzer treffen daher eine Vorauswahl, mit welchen Weinen sie teilnehmen. Die Zusammenstellung soll die Leistungsfähigkeit des eigenen Betriebs im Vergleich mit anderen bestmöglich repräsentieren. Pro Jahr werden im Saarland etwa 200 Probenpartien zur amtlichen Qualitätsweinprüfung angestellt, zur Weinprämierung etwa die Hälfte. Die Winzer stellen nur potentielle Medaillenkandidaten zur Prämierung an.
Hier geht es zu den Preisträgern 2010: >>> Preisträger <<<

- Blick in den Prüfungsraum (v.l.n.r.) Eric Freudenreich (Prüfer), Elmar Thewes (LK, Prüfungsleiter), Martin Schmeer (LK, Direktor)

- Anonymisierung der Proben im Serviceraum, der vom Prüfungsraum abgetrennt ist, Günther Hinrichs (LK)

- Eine Probe wird ausgeschenkt (v.l.n.r.): Martin Schmeer (LK, Direktor), Edith Bonpain (LK), Martin Nicolay (Saarl. Verbraucherzentrale), Gerd Petgen (Winzer), Jan Fluit (Gastronom)

