Richtlinien und Anmeldeformulare
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Saarländische Weinprämierung 2012
Am 26. und 27. Juni fand die Prüfung zur 30. Weinprämierung statt. 12 selbst abfüllende Weinbaubetriebe nahmen an der Veranstaltung der Landwirtschaftskammer für das Saarland teil.
Die Ergebnisse der Prämierung können Sie hier
als download einsehen.
Seit der ersten Weinprämierung 1983 ist das Ziel der Förderung des Weinbaus bezüglich Erzeugung von Qualitätswein und dessen Absatz erreicht worden. Die Winzer haben von Jahr zu Jahr die Qualität der saarländischen Moselweine verbessert. Absatzschwierigkeiten für Flaschenweine aus saarländischer Erzeugung sind gegen-wärtig nicht feststellbar.
Die Prüfungskommission, die die Weine prüfte, setzte sich aus sechs Mitgliedern zusammen:
2 Vertreter der Verbraucher:
Andreas Müller, Perl
Martin Nicolay (Saarl. Verbraucherzentrale)
2 Vertreter der Winzer:
Gerd Petgen, Sehndorf, (1 Tag) und Peter Petgen, Nennig (1Tag)
Yannik Schmitt, Saarbrücken
1 Vertreter des Gaststättenverbandes:
Gerd Leidinger, Saarbrücken
1 Vertreter des Weinhandels:
Marc Freudenreich, Völklingen
Von den 98 Anstellungen entfielen 96 auf Qualitätswein b.A und Qualitätswein mit Prädikat sowie 2 auf Qualitätsschaumwein.
83 Weine stammten aus dem Jahrgang 2011, elf aus dem Jahr 2010 und zwei aus dem Jahr 2009. Die beiden Schaumweine stammen ebenfalls aus dem Jahr 2010. An Rebsorten waren vertreten: Elbling, Müller-Thurgau bzw. Rivaner, Auxerrois, Weißburgunder, Chardonnay, Sauvignon gris (eine Abart des Sauvignon blanc), Riesling, Grauer Burgunder bzw. Ruländer, Gewürztraminer, Kerner, Blauer Spätburgunder, Dornfelder und St. Laurent.
Der 2011er gilt unter Winzern als Spitzenjahrgang. Das früh einsetzende warme und trockene Wetter im Frühjahr führte zur frühesten Rebblüte seit Aufzeichnungsbeginn. Rund drei Wochen Vorsprung nahmen die Reben mit in den regenreichen Sommer, der zu einer hervorragenden Traubenentwicklung sorgte. Die wechselhafte Witterung hielt bis in den September an, wurde aber dann durch sonniges und trockenes Herbstwetter abgelöst, das für erstklassige Traubenqualitäten mit hohen Mostgewichten und idealer Fruchtsäure bei der Lese sorgte. Diese begann schon Mitte September etwa drei Wochen früher als in normalen Jahren. Die Menge des Jahrgangs liegt im langjährigen Durchschnitt der Vorjahre. Die säureharmonischen Weine bestechen durch ausgeprägte Fruchtnoten. Für Spezialisten waren auch alle Spielarten der edelsüßen Weine möglich. Aufgrund fehlender Frostgrade im Spätherbst und Winter konnte kein Eiswein geerntet werden.
Die Erntemenge lag insgesamt in Höhe einer Normalernte, die bei 10.000 - 12.000 hl anzusiedeln ist. An der saarländischen Obermosel werden gut 116 ha Rebfläche bewirtschaftet; ertragsfähig sind 114 ha. In der Statistik werden jedoch nur knapp 86 ha angegeben, da die übrige Fläche Winzer aus Rheinland-Pfalz und Luxemburg kultivieren.
Die 12 selbstabfüllenden Winzerbetriebe bewirtschaften derzeit 70 ha Rebfläche. Die Gesamternte an der Obermosel lag 2011 bei ca. 11.556 hl (Vj. 10.899 hl). Die 98 Anstellungen ergeben 2160 hl (Vj. 2621 hl), also ca. 18,7 % (Vj. 24,0 %) der Erntemenge. Von den 216.007 l entfallen 129.540 l auf QbA-Weine und Qualitätsschaumweine, davon 89.800 l auf trockene Weine, und 86.467 l auf Prädikatsweine, davon 58.849 l auf trockene. Insgesamt liegt der Mengenanteil der trockenen Weine bei 69% (Vj. 83%), was deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. Die Menge an angestellten Rosee- und Rotweinen beläuft sich auf 11.060 l (Vj. 17.660 l), das entspricht 5,1 % (Vj. 6,7 %).
Die Prüfungskommission vergab 25 Goldene, 58 Silberne und 15 Bronzene Kammerpreismünzen. Das Weingut Karl Petgen, Inhaber Peter Petgen, Perl/Nennig, erreichte den höchsten Betriebsdurchschnitt und wird für den Großen Staatsehrenpreis vorgeschlagen.
Der oft kritisierten Medaillenschwemme muss aus folgendem Grund widersprochen werden: Die Teilnahme ist freiwillig und gebührenpflichtig. Die Winzer treffen daher eine Vorauswahl, mit welchen Weinen sie teilnehmen. Die Zusammenstellung soll die Leistungsfähigkeit des eigenen Betriebs im Vergleich mit anderen bestmöglich repräsentieren. Pro Jahr werden im Saarland etwa 200 Probenpartien zur amtlichen Qualitätsweinprüfung angestellt, zur Weinprämierung etwa die Hälfte. Die Winzer stellen nur potentielle Medaillenkandidaten zur Prämierung an.

- Prüfer bei der Arbeit: Martin Nicolay, Peter Petgen und Gerd Lei-dinger prüfen einen ausgeschenkten Weißwein

- Ausschenken zweier Proben: Edith Bonpain und Maren Brennig von der Landwirtschaftskammer schenken zwei Proben aus, der Prüfer Gerd Petgen ist ganz gespannt

- Anonymisierte Proben: So werden die Proben im Serviceraum aufbereitet, bevor sie zum Ausschenken zu den Prüfern kommen. Als nächste auszuschenkende Proben sind die letzten drei trockene Weine der Probe

